Das Rätsel der Wellenlänge

Das Rätsel der Wellenlänge

Es wird Zeit über Wellenlängen zu sprechen.

Oft erreicht mich die Frage, welche Wellenlänge, die von einer Laserdiode verwendet wird, für welche Anwendung des Lasers sinnvoll ist. Es gibt die verschiedensten Modelle von Low-Level-Lasern und LED-Therapiegeräten, die mit unterschiedlichen Wellenlängen arbeiten. Heute möchte ich auf den Begriff Wellenlänge einmal genau eingehen, was er bedeutet und welche Unterschiede es gibt.

Von Johannes Schneider – CC-BY-SA

Was ist eine Wellenlänge?

Die Länge einer Welle ist der kleinste Abstand zweier Punkte gleicher Phase. Eine Phase einer Welle ist die Bezeichnung von einem Wellenberg zum nächsten.

Was bedeutet die Wellenlänge von Licht?

Licht breitet sich auf der Erde in Wellenform aus. Es wird milliardenfach gestreut, gesplittet, gespiegelt, verwirbelt und verteilt. Es kann sogar um die Ecke schauen 😉

Splittet man Licht nun durch ein Prisma, entstehen wundervolle Farben – die Spektralfarben. Jeder kennt sie vom Regenbogen und vom Sonnenuntergang. Licht wird SICHTBAR. Die für das menschliche Auge sichtbaren Wellenlängen liegen ca. zwischen 380 nm (Violett) bis 780 nm (Rot) empfindlich. Bienen sehen auch kurzwelligere Strahlung (Ultraviolett), können dafür aber kein rotes Licht wahrnehmen.

Von Horst Frank / Phrood / Anony – Horst Frank, Jailbird and Phrood, CC BY-SA 3.0

Wofür benutzt man Wellenlängen bei Lasern?

Laser in der Tiertherapie

Laser richten Licht aus, es wird „gleichgerichtet“, das bedeutet, dass alle Wellen des Lichtes in dieselbe Richtung gehen, alle gleich schnell sind, also alle Wellenberge und Wellentäler identisch sind. Es wird dadurch kohärent. Da die Wellenlänge dafür veranwortlich ist, wie tief ein Laserstrahl in Gewebe eindringen kann, kann man durch die nun für alle Wellen des Laserlichtes eines Lasers gleiche Wellenlänge genau bestimmen, wofür er bestimmt ist.

Rotlichtlaser mit einer Wellenlänge bis ca. 720nm dringen nur wenige mm tief in die obersten Hautschichten von menschlichem oder tierischem Gewebe ein. Sie werden daher überwiegend zu dermatologischen Zwecken, sprich Haut- und Narbenbehandlung, aber auch in der Akupunktur eingesetzt, da die rezeptorische Wahrnehmung der Haut die Akupunkturpunkte an diesen Stellen aktiviert.

Über dieser Wellenlänge beginnt das Infrarotlicht. Laser mit IR-Licht sind gefährlicher als Rotlichtlaser, da man ihr Licht kaum oder gar nicht mehr sehen kann! Sie haben jedoch aufgrund der höheren Wellenlänge eine größere Eindringtiefe und werden – mit entsprechender Leistung gepaart, auch zu orthopädischen Zwecken verwendet. Als Flächenlaser mit vielen Austrittsöffnungen können sie viel Licht und Energie in kurzer Zeit in auch tiefer gelegene Gewebeschichten bringen.

Verschiedene Infrarot-Wellenlängen

Obwohl die Haut ein optisch inhomogenes Gewebe ist, zeigt sie in der Spektralanalyse ein sogenanntes optisches Fenster. In diesem Bereich ist eine vermehrte Durchlässigkeit für Farben zwischen 600 und 1300nm messbar. Farben ausserhalb dieses Bereiches werden schon in den obersten Zellagen der Haut stark absorbiert. Sie sind deshalb für die Biostimulation darunterliegender Schichten nicht mehr verfügbar. Im Infrarotbereich nun unterscheiden sich wiederum verschiedene Wellenlängen wie 785nm oder 808nm durch die Wirkung in der Photobiostimulation. Eine optimale Photobiostimulation findet zwichen 760 und 904nm statt. 785nm wirken jedoch anders in der Laserfrequenztherapie als 808nm.

Die in der Laserfrequenztherapie verwendeten Laserfelder werden durch Resonanzen zwischen den absorbierenden Gewebeschichten des Patienten mit dem Therapeuten aufgebaut. Diese Resonanzen wiederum entstehen dadurch, dass die bestrahlten Zellen beginnen, zu schwingen und ihrerseits wieder Wellen aufbauen. Bei einer Wellenlänge von 785nm schwingen diese Zellen langsamer als bei 808nm. Jeder Frequenztherapeut spürt den Unterschied zwischen diesen Wellenlängen, wodurch die Wahl der „richtigen“ Wellenlänge bei Infrarotlicht-Lasern zur subjektiven Wahrnehmungsfrage des Therapeuten wird. Es empfiehlt sich daher für Frequenztherapeuten, vor der Wahl des für ihn richtigen Lasers verschiedene Wellenlängen zu testen und die für ihn optimale Arbeits-Wellenlänge zu wählen.

Dabei spielen die Leistungen der Laser auch eine wesentliche Rolle, denn 808nm mit 50mW Leistung werden wiederum anders wahrgenommen als mit 300mW. Die Frage der Laserleistung werde ich in einem weiteren Post beantworten.

Es wünscht Euch die perfekte Welle

Eure
Claudia Damrich

 

 

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