Warum immer noch so viele Hunde krank sind

Warum immer noch so viele Hunde krank sind

Immer mehr kranke Hunde in den Praxen?

Als Tierphysiotherapeut hat man gut zu tun. Täglich kommen neue Patienten mit alt bekannten Krankheiten oder auch neuen, bisher unbekannten Erkrankungen. Eigentlich ja gut, sichert es doch das Einkommen und die Brötchen auf dem Tisch.

Barfen - Artgerechte Ernährung
Barfen – Artgerechte Ernährung

Seit vielen Jahren jedoch beobachten wir systemische Krankheiten beim Hund, die fast jeden Tierphysiotherapeuten zum Ernährungsberater werden lassen, gewollt oder ungewollt. Als Therapeut hat man immer das ganze Tier im Visier, und da die Zusammenhänge zwischen inneren Organen und Skelett – Muskulatur – Gelenke offensichtlich sind, ist der Schritt, sich das Futter einmal ganz genau anzusehen, ganz nah.

Aber welcher Hundephysiotherapeut kennt sie nicht, die immer wiederkehrende Antwort: Wir füttern nur das beste Futter, extra vom Tierarzt. Teuer ist es ja,

da muß es auch gut sein. Das Dilemma zwischen Tierarzt und Futtermittelindustrie ist ja hinlänglich bekannt und auch gut nachzulesen (oder auch mit Bild und Ton als DVD), und dennoch glauben so viele, dass sie ihrem Hund damit gutes tun.  Eine andere Partei kauft das Futter aus dem Discounter, das war ja von bekannten Testunternehmen als gut befunden. Na sowas. Ein Schelm, der da finanzielle Zusammenhänge vermutet. Und barfen? Na, das hat man ja versucht und hat ja gar nicht funktioniert.

Woher kommt dieses unreflektierte Füttern von nicht artgerechtem Futter?

Über viele Jahre hinweg habe ich mich damit beschäftigt, was Hundebesitzer zur Wahl ihres Futters treibt. Meine Resultate:

Lebensumstände

Ich würde so gerne jeden Hundebesitzer morgens sein rohes Fleisch mit den notwendigen Zutaten mischen sehen und seinen sicherlich gesunden Hund damit füttern. Aber alle Menschen sind anders, und viele haben morgens wenig Zeit, da muss es schnell gehen. Oder sie füttern nur einmal am Tag, und das abends. Und dann macht das die Oma, die kann das mit dem Mischen nicht. Oder sie sind Veganer und der Anblick von rohem Fleisch führt sie direkt zur Toilettenschüssel. Oder sie mögen es einfach bequem aus der Trockenfutterdose. Oder… oder … oder…. Menschen aus ihrem gewohnten täglichen Workflow herauszuführen, erfordert viel Kooperationsbereitschaft und Liebe. Meist gelingt dieser Schritt erst, wenn der Hund schon krank ist.

Diese kleine Pudel hat sich für gesundes Futter entschieden.

Züchterempfehlungen

Ich kenne keinen Welpenbesitzer, der nicht eine Futterempfehlung von seinem Züchter mitbekommen hat, ja, womöglich auch schon gleich das Futter.

Automatisch werden Züchter Ernährungsexperten gleichgesetzt. Warum eigentlich? De facto hat ein Züchter nur gesunde Hunde, denn die Welpen gibt er mit spätestens 10 Wochen ab. Und die Zuchthündin(nen), na, die sterben natürlich früh weil sie soviel leisten mussten. Mit dem Futter hat das natürlich nichts zu tun. Meine Erfahrungen der letzten 15 Jahre sind jedoch: In den ersten Wochen des Lebensalters werden die Weichen für ein gesundes Leben gestellt. Ein Züchter, der seine Zuchthündin barft, und die Welpen direkt von der Muttermilch zum artgerechten Futter führt, wird Welpen abgeben, die ein langes und gesundes Leben führen können. Solange das neue Herrchen nicht anderer Meinung ist……

Rasseprobleme

Ja, es gibt sie, die Unverträglichkeiten bestimmter Rassen, auch auf Rohfleisch. Ich habe wirklich Hunde erlebt, die extrem eiweißempfindlich waren und schnell übersäuerten. Ganz ehrlich ist die Rohfleischfütterung hier ein Thema, das einen erfahrenen Ernährungsberater erfordert. Denn obwohl diese Probleme existieren, kann der Hund gesund ernährt werden. Es gibt viele Möglichkeiten, das Rohfleisch durch die Art der Zusammensetzung und/oder speziellen Zusätzen verträglich zu machen. Einmal eingestellt, funktioniert das ein ganzes, langes Hundeleben lang.

Allergien

Gibt es doch tatsächlich Hunde mit Fleischallergie! Nachgewiesen durch Prick- und/oder Bluttests, durch Bioresonanz etc pp. Da ist natürlich kein Barfen möglich. Oder doch? Schaut man hinter die Beschwerden, und das wird jeder Tierheilpraktiker bestätigen, ist diese „Allergie“ ein Resultat der Überbelastung der Entlastungsorgane. Diese wiederum werden wodurch belastet? Durch synthetische Zusätze im Futter (auch Vitamine!), Stress (Thema Arbeitshunde), Vergiftungen in der Vergangenheit, und auch epigenetische Weitergaben von Belastungen. Dazu kommt, s.o., Fütterung der Mutterhündin, und evtl. auch falsch gestartetes Barfen. Unter Begleitung von erfahrenen Tierheilpraktikern lassen sich diese Allergien i.d.R. zurückfahren, so daß eine ganz normale artgerechte Fütterung möglich ist.

Hundewiese

Es gibt sie, die Experten auf der Hundewiese. Auch Bekannte, Freunde und Social Medias gehören dazu. Natürlich ist jeder von seiner Meinung überzeugt, sonst würde er sie ja nicht äußern. Das Vertrackte daran ist jedoch, dass 10 davon 10 verschiedene Ergebnisse präsentieren. Das verunsichert, und selbst wenn der Schritt zum Barfen gewagt wird, gelingt er meist nicht, da keine genauen Kenntnisse über die Art und Weise von Rohfleischfütterung vorliegen. Bekommt der Hund dann Durchfall in den ersten Tagen, wird schnell wieder auf das alte Futter gewechselt, das ja doch „gut funktioniert“ hat. Mit einer verantwortungsvollen Begleitung zur Futterumstellung wäre das sicher nicht passiert. Daher sollte sich jeder, der „berät“, klar machen, dass er auch die Verantwortung dafür übernehmen muss, ob sein Rat zum gewünschten Ergebnis führt oder nicht. Manch einer würde sich dann doch vermutlich mehr zurückhalten.

Angst

Angst ist einer der Grundemotionen von Menschen. Aus Angst entstehen viele weitere Gefühle und Angst ist ein maßgeblicher Motivator für unendlich viele Handlungsformen. Aus Angst entstehen viele Taten, ja ganze Weltereignisse werden mit Angstgefühlen gesteuert. Den Schritt zum BARFEN nicht zu wagen, ist für viele das Ergebnis aus der Angst, sie könnten das Futter falsch zusammenstellen. Das ist gar nicht mal von der Hand zu weisen, wie z.B. die vorhergehenden Punkte zeigen. Trockenfutter erzeugt ein scheinbar sicheres Gefühl. Es ist ja alles drin, was der Hund braucht (oder auch was er nicht braucht, aber das wissen sie ja nicht). Wird der Hund krank, kann es ja nicht am Futter liegen, denn man hat ja alles richtig gemacht. 

Zum einen ist es daher wichtig, Ängste zu nehmen, indem konkrete Futterpläne erstellt werden, die Umstellung auf Rohfleischfütterung eng begleitet wird, um unvorhergesehenes abzufangen, oder die Umstellung langsam und Schritt vor Schritt durchzuführen. Das geht z.B. mit Produkten, die zum Rohfleisch hinzugefügt werden können und alles beinhalten, was der Omnivorde Hund benötigt. Die Zusammenstellung des Futters wird damit erheblich vereinfacht und das Vertrauen in die Futtermittelindustrie steckt man besser in reputierte Unternehmen wie Marengo, cdvet oder Pernaturam, die noch nie irgendetwas anderes als natürliche Produkte hergestellt haben. Die Firma cdVet hat aufgrund der Angst sogar ein Mischprodukt erstellt, in dem die verschiedenen anderen Einzelprodukte, die man ansonsten dem Futter beimischt, alle vereint wurden. Das macht es noch einfacher und die Mengenrelationen stimmen. Deshalb heißt es Safe Complete. Nomen es omen.

Was tun sprach Zeus?

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als immer und immer wieder aufzuklären, zu beraten, zu begleiten und Unmengen an Futterplänen zu schreiben, die Sicherheit geben und aufzeigen, dass BARFEN ebenso einfach ist wie eine Dose aufzumachen oder in den Trockenfuttersack zu greifen. Nur preiswerter. Und gesunder.

In diesem Sinne gutes Gelingen wünscht

Eure Claudia Damrich

 

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